17. April: Der Tag des Malbec

VINOA Wein Magazin // 18.04.2016 // 17. April: Der Tag des Malbec

Eine Rebsorte mit ganz bemerkenswerter Geschichte feiert am 17. April Geburtstag. Der Malbec ist das wichtigste Aushängeschild für den argentinischen Weinmarkt. Aber wie kam die uralte, französische Rebe nach Südamerika und was wird unter dem Motto “Celebrate A Classic” gefeiert?

Ursprünglich stammt die Malbec-Traube aus dem Südwesten Frankreichs, genauer aus der Region um die Stadt Cahors. Hier wurde der Wein schon zur Zeit der Römer angebaut und war im Mittelalter zeitweise so beliebt, dass mehrere Päpste die Sorte auch an ihre Regierungssitze exportieren ließen. Ein Klassiker, der bis ins 19. Jahrhundert europaweit Anhänger fand, war der “Vin Noir” – der Schwarze Wein von Cahors – für den die Trauben vor der Vinifizierung im Ofen getrocknet wurden und der dann oft für 10 Jahre im Holzfass reifte.

Die wechselhafte Geschichte des Malbec

Heute ist vor allem Argentinien für seinen Malbec bekannt. Dort wurde die Sorte im Jahr 1853 eingeführt, weil die lokalen Rebsorten nicht produktiv genug für die große Nachfrage der aufstrebenden Nation waren. So wurde im Jahr 1853 der französische Agronom Michel Aimé Pouget beauftragt, eine Auswahl französischer Rebsorten – darunter auch der Malbec – für den Anbau in Argentinien zu importieren. In den folgenden Jahren entwickelte sich der argentinische Weinbau rasant und vor allem der Malbec passte sich hervorragend an die klimatischen Bedingungen an.

Nur wenige Jahre nachdem Pouget den Malbec nach Argentinien brachte, brach in Frankreich die “Reblauskrise” aus. Große Flächen des Weinbaus wurden vernichtet und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte man mit dem “Pfropfen” eine wirksame Methode gegen den Schädling gefunden. Dabei wird eine für die Reblaus anfällige Rebsorte auf einen resistenten Wurzelstock einer anderen Rebsorte "aufgepfropft" und wird dadurch auch resistent. Der Malbec musste in der Folge häufig ertragsstärkeren Sorten weichen und im Jahr 1956 fielen zusätzlich auch noch große Teile der Weinstöcke einem außergewöhnlich harten Frost zum Opfer.

Während der Weinbau in Frankreich von einer Krise in die nächste geriet, hatte sich der Malbec in Argentinien zwischenzeitlich fest etabliert. Immer wieder gab es auch hier Rückschläge, vor allem von der unbeständigen Wirtschaft und immer wiederkehrenden Militärputschen ausgelöst. So wurden beispielsweise in den 1980er Jahren tausende Pflanzen entwurzelt, um Platz für Sorten mit höherem Ertrag für die Produktion von billigem Massenwein zu schaffen. Man besann sich aber in den neunziger Jahren eines Besseren und stellte die Produktion auf hochwertige Weine für den internationalen Export um. Sowohl die Kritiker als auch die Konsumenten nahmen die argentinischen Weine außerordentlich gut auf und so wurde der Malbec zum wichtigsten Vorzeigeprodukt des Landes.

Die wichtigsten Anbaugebiete des Malbec

Auch in Frankreich erholte sich die Region um Cahors langsam von den vielen Krisen und wurde 1971 mit der höchsten Qualitätsstufe, der “Appellation d’Origine Contrôlée” ausgezeichnet. Ein Cuvée de Cahors muss heute mindestens 70% Malbec enthalten und wird klassischerweise nicht im Barrique sondern in großen Holzfässern ausgebaut.

Rebstöcke vor der Pont de Valèntre in Cahors

Rebstöcke vor der Pont de Valèntre in Cahors

Weltweit werden heute 70% des Malbec in Argentinien und nur 20% in Frankreich produziert. Die restlichen 10% fallen auf Chile, die USA und Mexiko. In Argentinien sind das Uco Valley und Luján de Cuyo die Anbaugebiete, die Malbec-Weine höchster Qualität hervorbringen. Hier profitiert der Wein vor allem von der großen Höhe der Anbaulagen.

Malbec: Eigenschaften der Weine

Die heute in Argentinien und Frankreich angebauten Malbec Varianten unterscheiden sich in der Größe der Trauben und im Phenolgehalt der Schalen, was großen Einfluss auf den Geschmack des Weines hat. Man vermutet deshalb, dass der argentinische Strang, den Pouget 1853 aus Frankreich mitbrachte, dort in der “Reblauskrise” vollständig ausgelöscht wurde. Der argentinische Malbec ist durch eine tiefe Farbe und intensiv fruchtige Aromen mit einer seidigen Textur charakterisiert, während der französische Malbec eine ausgeprägte Tanninstruktur und ein eher üppiges Aroma aufweist. Beide haben gemeinsam, dass sie lange Zeit lagerstabil sind und zum Teil sogar ausdrücklich von einer langen Lagerung profitieren.

Der Malbec World Day

Weil der Malbec für Argentinien so wichtig ist, wird aus Dankbarkeit an die Menschen, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Malbec nach Argentinien brachten, jährlich der “World Malbec Day” gefeiert. Organisiert von den argentinischen Botschaften, finden in diesem Jahr weltweit Veranstaltungen unter dem Titel “Celebrate a Classic” statt. Die größten Events gibt es natürlich in Argentinien selbst, aber auch bei uns kann man dem Malbec näher kommen. In Frankfurt findet deshalb am 29. April eine Weinverkostung in der “Villa Bonn” statt, bei der etwa 200 Weine von über 60 argentinischen Weingütern zur Probe bereitstehen.

Aber auch von zu Hause aus lässt sich der Festtag ganz vorzüglich mit einer Flasche Malbec von den Höhenlagen in Luján de Cuyo oder aus dem Uco Valley begehen. Und wenn Ihnen die kräftige Tanninstruktur und der üppige Körper der ursprünglichen, französischen Variante besser gefällt, ist ein AOC-prämierter Malbec aus Cahors die ideale Wahl, um die Geschichte dieser faszinierenden Rebsorte zu feiern. Auf den Malbec! Prosit!

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Bildquellen:

Titelbild: flickr.com Peter Hastings CC BY-SA 2.0

Bild 1: flickr.com Rob vL CC BY-SA 2.0

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