Albariño - Porträt einer Rebsorte

VINOA Wein Magazin // 04.08.2017 // Albariño - Porträt einer Rebsorte

Das Hauptanbaugebiet für Albariño-Trauben liegt auf der iberischen Halbinsel, in Spanien und Portugal. Einzelne Weingüter bauen die Varietät aber auch in den USA oder in Südafrika an. Die Weine sind beliebt für ihre erfrischende Säure und knackige Zitrusaromen. Dabei sind sie meist trocken und wenig süß und zeigen häufig sogar eine leichte Salinität, die an eine salzige Meeresbriese vom Atlantik erinnert.

Diese Kombination an Aromen macht den Albariño zu einem exzellenten Sommerwein, der erfrischt, ohne zu beschweren. Ein ganzes Bukett an fruchtigen Düften macht den Albariño schon allein in der Nase zu einem Genuss: Zitronen, Honigmelonen, Nektarinen und Grapefruit. Alles daran versetzt uns auf einen spanischen Marktplatz mit seinen duftenden Obstständen und einer frischen Seeluft.

Albariño als Trauben und als fertiger Wein im GlasLinks: Der Alberiño Wein hat eine helle, strohgelbe Farbe. Rechts: Die Trauben der Rebsorte Alberiño mit charakteristischen Punkten.

Albariño richtig servieren

Seine ganze Pracht entfaltet der Albariño im Glas erst mit der Zeit: am Besten wird er eisgekühlt in einem Weißweinglas serviert und dann ganz langsam getrunken. So kann sich der Wein langsam aufwärmen und gibt dabei immer wieder neue Aromen frei: zu Anfang dominieren Zitrusfrüchte und mineralische Aromen, dann folgen Pfirsich und Honigmelone und später Orangen, Aprikose und Honig. Zusammen mit seiner knackigen Säure lässt uns der Albariño dadurch im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Munde zusammenlaufen und eignet sich so ideal als Aperitif. 

Passt zu allem was aus dem Meer kommt

Sein Aromenprofil macht den Albariño zu einem idealen Begleiter für leichte Fischgerichte, vor allem, wenn auch die Speisen Zitrusaromen enthalten. Die thailändische und vietnamesische Küche passen sehr gut zum Albariño. Eine ebensogute Partie bilden Albariño und Sushi. Durch seine sehr milde Bitterkeit bietet sich insgesamt eine breite Palette von Speisen an. Nur sollte die Intensität eher leicht sein, damit das Verhältnis aus Wein uns Speisen ausbalanciert ist. Die Spanier selbst sagen: Der Albariño ist der Wein für fast alles, das aus dem Meer gezogen wird!

Albariño Reben in einem Weinberg in Galizien. Die Granitstützen sind in den Rias Baixas eine Tradition.Die Alberiño Reben werden mit sogenannten Parras in die Höhe geführt. Der Atlantikwind kann die Trauben so nach dem Regen gut trocknen und verleiht dem Wein eine besondere Salinität.

Fabelhaftes Galizien und Meeresbriesen

In Spanien werden die besten Albariños in Galizien, also in einer kühleren und feuchteren Gegend, angebaut. Besonders bekannt ist die Region Rias Baixas, die direkt an der Atlantikküste liegt und durch fjordähnliche Buchten bestimmt ist. Die Weine hier nehmen durch die salzige Meeresluft eine besondere Salinität an. Man kann den nahen Atlantik also tatsächlich schmecken. Das Weingut Martin Codax ist für besonders hochwertige Albariños bekannt und bietet eine ganze Palette an Varianten von flachsgelb bis rosé. Wer seinen persönlichen Lieblingswein dieser Rebsorte bereits gefunden hat, sollte trotzdem mit dem Ausprobieren nicht aufhören: die Region bietet so vielfältige Terroirs, dass schon im nächsten Tal ein Albariño mit ganz anderem Charakter produziert werden kann.

¡Salud!

Wer jetzt noch keine Lust hat, den Sommer ins Glas zu lassen, dem wünschen wir viel Vergnügen bei einem wärmenden Tee und dem grauen Blick in das Trübsal vor dem Fenster. Allen anderen: ¡Salud, dinero y amor!

Bildquellen:

Titelbild: flickr.com juantiagues CC BY-SA 2.0

Bild 1 im Text: flickr.com und flickr.com juantiagues CC BY-SA 2.0

Bild 2 im Text: flickr.com juantiagues CC BY-SA 2.0

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