Weißwein-Frische für den Frühling

VINOA Wein Magazin // 18.02.2016 // Weißwein-Frische für den Frühling

Ein guter Weißwein ist der perfekte Begleiter frühlingshafter Gerichte. Sommelière und Weinberaterin Ina Finn gibt euch Tipps, wie ihr den besten Riesling, Chardonnay und Sauvignon Blanc für 5, 10 und 15 Euro ausfindig machen könnt. Worauf ihr grundsätzlich bei Weißweinen der Kategorie 5 und 10 Euro achten sollten, ist der Jahrgang: Der Wein sollte möglichst aus dem aktuellen Jahr stammen, sprich 2015 und ab März/April zunehmend der neue Jahrgang 2016.
 

Riesling Weinstock

Riesling Weinstock in Rüdesheim

Riesling: Die Königin der weißen Sorten mit rassiger Säure und verführerischen Aromen 

5 Euro: In dieser Preiskategorie gibt es schon gute Rieslinge mit typischen Rebsortenmerkmal, nämlich einer betonten Säure und Aromen von Apfel, Aprikose und Pfirsich – ein sehr leichter und erfrischender Wein. Wunderbar als Aperitif und zu sehr leichten Gerichten, die selbst möglichst keine Säure enthalten: Zum Beispiel eine leichte Terrine, Pasta, pochierter Fisch.

So findet ihr den Richtigen: Gute Qualitäten sind so genannte „Gutsweine“, die direkt vom Weingut stammen. Erkennungsmerkmal ist die Nennung des vollen Namens des Winzers oder Weinguts auf dem Etikett. Auch die Staatsweingüter produzieren sehr gute Rieslinge.

10 Euro: Weine in diesem Preissegment haben schon deutlich markantere Aromen. Neben den rebsortentypischen, kommen häufig schon leicht mineralische Noten hinzu, die vom Boden des Weinberges – z.B. Schiefer – bestimmt werden. Diese schon etwas eleganteren Rieslinge passen sehr gut zu einem leichten Risotto und natürlich zum ersten Spargel.

So findet ihr den Richtigen: Achtet auf das Etikett: Ist der Bodentyp (etwa Schiefer oder Löss) des Weinbergs angegeben, trefft ihr eine gute Wahl. Ausgezeichnete Qualitäten stammen von einer so genannten „Steillage“. Das sind sehr steile, und dadurch sehr sonnige Weinberge, die es etwa an der Mosel, im Rheingau und an der Nahe gibt.

15 Euro: Für diesen Preis gibt es sehr feine, komplexe und elegante Rieslinge. Als Spätlese oder Auslese haben sie oft eine Restsüße, die gut mit der Schärfe asiatischer Gerichte harmoniert. Auch für Edelfische wie Seeteufel ist solch ein Riesling ein wunderbarer Begleiter.

So findet ihr den Richtigen: Diese feinen Tropfen stammen oft aus einer besonderen Weinbergslage. Diese ist dann in der Regel auf dem Etikett angegeben, z.B. im Rheingau die Lage „Rüdesheimer Berg Schloßberg“ oder an der Mosel „Bernkastler Doktor“. Auch Prädikate wie „Spätlese“ und „Auslese“ sind gute Erkennungsmerkmale.

Chardonnay Weinstock

Chardonnay Weinstock in Kalifornien

Chardonnay: Charming & „Everybodys Darling“

5 Euro: Chardonnays haben meist zarte, frische Aromen, etwa nach Ananas oder Gelbapfel. Im Gegensatz zum säurebetonten Riesling und Sauvignon Blanc haben sie eine eher milde Säure. Diese frischen Weißen machen sich gut mit etwas aromatischer zubereiteten Speisen wie Pasta mit cremigen Saucen, Pilzgerichte.

So findet ihr den Richtigen: Der Chardonnay braucht etwas mehr Sonne als der Riesling, deshalb sind Vertreter aus Südfrankreich besonders zu empfehlen: Perfekt ist etwa Pays d`Oc – ein Landwein aus der Languedoc-Gegend.

10 Euro: In dieser Preisklasse werden die Chardonnays häufig „im Holz ausgebaut“ – sie reifen also für ein paar Monate in Holzfässern. Dadurch werden sie kräftiger und es entstehen zusätzlich Vanille-, Karamell- und Röstnoten. Mit diesen Aromen passen sie auch zu kräftigeren Speisen: Etwa zu Geflügel oder Kalb, zu gebratenen Scampi und sogar auch zu Lamm.

So findet ihr den Richtigen: Wählen Sie einen Chardonnay aus Chile oder Südafrika, meistens ist auch auf dem Etikett vermerkt, ob er im Holzfass gelagert wurde.

15 Euro: Ab 5 € mehr, kann man bereits im Referenzgebiet für diese Rebsorte – der Bourgogne – fündig werden. Ein Bourgogne Blanc von einem kleinen Winzer oder ein Chablis wären in dieser Preisklasse zu finden. Besonders die Chablis Weine, die immer zu 100% aus der Rebsorte Chardonnay sind, machen Lust auf mehr. Sie sind so pur, klar und frisch, dass sie perfekt die reiche Meeresküche begleiten.

So findet ihr den richtigen: Chardonnays entwickeln sich nur auf dem richtigen Boden zu einem unverwechselbaren Wein: Chardonnay liebt Kalk- und Kreideboden, erst dann spielt er seine Trümpfe aus. In der Bourgogne ist es die vorherrschende weiße Sorte. In den vielen verschiedenen Unterregionen, wie z.B. dem Chablis, wird man fündig.

Sauvignon Blanc Weinstock

Sauvignon Blanc Weinstock in Argentinien

Sauvignon Blanc: „casual“ und besonders aromatisch

5 Euro: Gute Sauvignon Blancs dieser Preisklasse schmecken frisch und, wie Weinleute gerne sagen, „grasig-grün“ mit Aromen von Stachelbeere, Kiwi und vielleicht ein wenig grüner Paprika. Das macht ihn zu einem tollen Aperitifwein, aber auch zu leichten Speisen, z.B. mit dem schon bald für kurze Zeit kommenden Bärlauch, etwa als Pasta mit selbstgemachtem Bärlauch-Pesto.

So findet ihr den Richtigen: Ein einfacher Sauvignon Blanc von der Loire oder aus der Gascogne sind wunderbar. Aber auch deutsche Weingüter aus Rheinhessen oder der Pfalz haben die Rebsorte für sich entdeckt und warten mit angenehmen Sauvignon Blancs auf.

10 Euro: In diesem Segment gibt es sehr schöne Vertreter aus Übersee. Eine wahre Aromenbombe wird sich im Glas entfachen, exotische Noten wie ein tropischer Fruchtkorb, besonders Passionsfrucht und Mango sind sehr typisch. Ein toller Begleiter von Fisch, Geflügel, Spargel und leichtem Weichkäse.

So findet ihr den Richtigen: Sehr gut sind Sauvignon Blancs aus Neuseeland oder Südafrika.

15 Euro: Ein feiner Sauvignon in dieser Preisklasse verspricht viel Genuss. Delikate Aromen nach Stachelbeere und Zitrusnoten, ein Touch Exotik, mineralische Anklänge nach Feuerstein – die perfekte Kombination zu Ziegenkäse oder feinwürzigen Gerichten der asiatischen Küche.

So findet ihr den Richtigen: Auch hier empfiehlt es sich wieder, in sein Referenzgebiet zu schauen. Aus dem Loire-Tal stammen die Weine Sancerre und Pouilly Fumé, beide zu 100 Prozent aus Sauvignon Blanc.

Welcher ist dein liebster Weißwein zum Start in den Frühling? Hast du vielleicht sogar eine Empfehlung für uns? Hinterlasse sie uns gerne als Kommentar!

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Bildquellen:

Titelbild: flickr.com A_peach CC by 2.0

Bild 1: flickr.com mhagemann CC by 2.0

Bild 2: flickr.com Kathy Kimpel CC by 2.0

Bild 3: flickr.com Sergio Olivier CC by 2.0

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