Infografik: Wie wird Roséwein hergestellt?

VINOA Wein Magazin // 04.04.2016 // Infografik: Wie wird Roséwein hergestellt?

Der Frühling naht, der neue Jahrgang wurde bereits von vielen Weingütern auf die Flasche gebracht und wir sind bereit für neue Entdeckungen. Das Frühlingserwachen bringt uns auf die Idee, dass wir auch mal wieder einen Rosé genießen könnten. In diesem Zusammenhang fragen wir uns: Wie entsteht eigentlich Roséwein?

Lange Zeit war es ja so, dass der kultivierte Weingenießer von Roséwein nichts wissen wollte. Nichts Halbes und nichts Ganzes sei diese Art von Wein. Nur Mädchen würden solchen Wein tatsächlich trinken. Die Zeiten haben sich geändert. Roséwein ist ein ernst zu nehmender Wein geworden. Wir wollen wissen, warum und vor allem wie. Denn es muss ja einen Grund dafür geben, dass er sich seit ein paar Jahren immer größer werdender Beliebtheit erfreut und auch der hartgesottenste Weinsnob sich ein oder zwei Gläschen davon gönnt.

Roséweinherstellung: Breites Farbspektrum möglich

Die Farbpalette von Roséweinen reicht von Zartrosa bis hin zu Kirschrot. Die Farbtiefe ergibt sich aus der verwendeten Rebsorte und Art der Bereitung des Roséweines. Mit einem Ammenmärchen möchten wir gleich zu Beginn aufräumen – Roséwein wird selbstverständlich nicht durch Mischen von Weiß- und Rotwein erzeugt. In der unten aufgeführten Grafik findet ihr alle gängigen Roséweine mit ihren dazugehörigen Farbnuancen. 

Der Clou: Ein Klick auf einen der Rosés in der Grafik führt euch direkt zum entsprechenden Suchergebnis aus der großen Weinauswahl unserer Suchmaschine. Unbedingt mit euren Lieblingen mal ausprobieren!

Infografik Rosewein nach Farben sortiert Image Map

Die Grafik zeigt: Die gängigen Roséweine ihren Farbnuancen zugeordnet. Kleiner Tipp: Möchtet ihr sofort zu unserem Weinsortiment der Rosésorte gelangen – klickt einfach auf ihren Namen.

Eine detaillierte Beschreibung zu zehn ausgewählten Roséweinrebsorten findet ihr übrigens in unserem Artikel: "Roséwein: 10 Rebsorten die ihr kennen solltet!"

Roséwein: Herstellung ist ähnlich der des Weißweines

Roséwein kann ausschließlich aus roten Trauben bereitet werden. In den meisten Fällen wird ein Roséwein auf folgendem Wege erzeugt: Die roten Trauben kommen frisch nach der Lese in den Weinkeller und werden direkt in eine Weinpresse gegeben. Die Presse wird so eingestellt, dass die Trauben lediglich leicht angedrückt werden. Trauben und Saft werden dann für eine gewisse Zeit stehen gelassen. Der Saft kann noch nicht abfließen und somit stehen die Trauben und der Most in „engem Kontakt“, das Ganze bezeichnen wir als Maische. Durch diese Standzeit lösen sich erste Farbpigmente aus der Schale. Je länger dieser Mazerationsprozess dauert, desto kräftiger die Farbe des Mosts.

Mezeration des Roséweins

Je nach Rebsorte und Jahrgang kann dies ganz kurz sein oder gar mehrere Stunden dauern. Rebsorten, die viele Farbpigmente haben, wie zum Beispiel Cabernet Sauvignon oder auch Dornfelder, färben den Most pronto rosé. Hingegen Pinot Noir, der nicht so viele Farbstoffe in den Schalen sitzen hat, braucht längere Zeit Kontakt mit der Maische. Darüber ergeben sich auch die zahlreichen Rosétönungen. Im Anschluss wird die Presse neu programmiert und auf den Modus „Pressvorgang“ eingestellt. Dadurch werden Traubenschalen, Kerne und der Most voneinander getrennt. Der gewonnene roséfarbene Most wird dann in Edelstahltanks überführt und dort beginnt ein ganz wichtiger Prozess: die alkoholische Gärung. Da nur der Most vergoren wird, unterscheidet sich dieser Prozess dann nicht weiter von der Weißweinbereitung. Die so gewonnenen Roséweine sind in der Regel leicht, frisch, spritzig und mit angenehmer Fruchtigkeit ausgestattet, ihr Alkoholgehalt ist moderat.

Roseweinherstellung mittels Saignée-Verfahren

Die Grafik zeigt: Das Saignée-Verfahren. Hierbei werden aus einer Maische Rosé- und Rotwein erzeugt.

Saignée-Verfahren: Herstellung von Rot- und Roséwein zugleich

Wie im ersten Block bereits erläutert, gibt es rote Rebsorten, die mit weniger Farbpigmenten ausgestattet sind. Dennoch liebt der Weinkonsument Rotwein mit einer ernst zu nehmenden Farbe. Um das zu erreichen, setzt man das Saignée-Verfahren ein, üblich in der Rotweinerzeugung.

Saignée: Wie funktioniert es?

Die roten Trauben kommen in den Weinkeller und werden erst einmal von den Stielen befreit, also entrappt. Dadurch werden die Trauben bereits leicht angedrückt. Da man bei der Rotweinbereitung die Maische vergärt, kommen die angedrückten Trauben in einen Gärbehälter, das heißt, bis auf die Stiele alles zusammen – Schale, Fruchtfleisch, Traubenkerne und der erste Saft.

Der Maische werden Hefen zugesetzt und in der Regel beginnt dann auch recht zügig die alkoholische Gärung, wobei die Hefen den Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlendioxid umsetzen. Während der Gärung wird die Maische immer wieder bewegt, um die Auslaugung der Trauben voranzutreiben. Um diese „Auslaugung/Mazeration“ noch etwas zu verstärken, wird nach ein paar Stunden das Saftverhältnis der Maische verändert, indem einfach ein Teil des Mosts „abgezogen“ wird. Dieses Abziehen des Mosts, der mittlerweile roséfarben ist, nennt man in der Fachsprache Saignée-Verfahren. Auf diese Weise kann man aus einer Maische: einen kräftigeren Roséwein und einen Rotwein erzeugen. Auf diese Weise hergestellte Roséweine sind üblicherweise etwas kräftiger und würziger, nicht selten mit einer betonteren Rosé-Tönung.

Fazit

Heute sind die Zeiten vorbei, in denen es hauptsächlich halbtrockene oder gar liebliche Roséweine gegeben hat, wie zum Beispiel ein Portugieser Weißherbst aus der „Literbuddel“. Klar, Rosé ist und bleibt vornehmlich ein Saisonwein, der mit Terrasse, Ausflug, Picknick, Sommer, Sonne und leichter Küche verbunden wird. Warum auch nicht. Die Qualitäten und das Angebot sind heutzutage erfreulich großzügig und die Weine sind vornehmlich trocken und mit einer guten Portion Frucht ausgestattet. Diese Tatsache hat dann auch den härtesten Kritiker überzeugt. Wir können uns also auf weitere spannende und köstliche Rosétropfen freuen. Von uns aus können das Frühjahr und vor allem der Sommer kommen!

Möchtest du nun mehr zu den einzelnen Rebsorten erfahren, vor allem was du geschmacklich erwarten kannst, solltest du unseren Beitrag "Roséwein: 10 Rebsorten die ihr kennen solltet!" nicht verpassen!

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