Woher stammen eigentlich Rebsortennamen?

VINOA Wein Magazin // 13.04.2017 // Woher stammen eigentlich Rebsortennamen?

Von den Namen der italienischen Rebsorten haben wir alle schon gehört. Sangiovese, Nebbiolo, Nero d’Avola und Vermentino sind weltweit bekannte Rebsorten - aber habt ihr euch auch schon einmal Gedanken über deren Herkunft gemacht?

Hinter den autochthonen Rebsorten stecken oft faszinierende Geschichten, die uns in eine andere Zeit entführen und auch manchmal einiges über die Charakteristiken der Trauben preisgeben. Anhand von 6 Beispielen klassischer italienischer Rebsorten möchten wir euch die Geschichte der eigentlichen Hauptprotagonisten hinter unseren geliebten italienischen Weinen näher bringen.

Iltalienische Rebsorten, Namensherkunft

Die Rebsorten Italiens bergen oft jahrtausendealte Geschichten

Sangiovese und Aglianico - Kronprinzen der italienischen Weinkultur

Anfangen wollen wir dabei im Herzen der italienischen Weinkultur - der Toskana. Neben dem Nebbiolo ist er einer der Kronprinzen unter den italienischen Rebsorten - der Sangiovese. Er ist vor allem in seinem angestammten Gebiet, der Toskana, bekannt für grandiose Weine wie den Chianti oder den Brunello di Montalcino. Seine Weine sind vor allem für die lebhafte Acidität und die großartige Struktur bekannt. Der Name leitet sich wohl von dem Lateinischen „Sanguis Iovis” ab, was symbolisch das göttliche “Blut Jupiters” verkörpert, mit dem man diesen Wein historisch aufgrund seiner Qualität verglichen hat. Jedoch bezeichnet man ihn unter den Winzern der Toskana scherzhaft auch als “Sangue Gesú”, das Blut Jesus.

Weiter im Süden Italiens finden wir vor allem in Kampanien und in der Basilikata den Aglianico. Diese Rebsorte, die das feurige Temperament Süditaliens perfekt verkörpert, bringt vor allem Weine mit ausgewogenen Tanninen und würzigen Noten hervor. Um die Ursprünge dieser Rebsorte verstehen zu können, müssen wir sogar noch etwas weiter in der Zeit zurückreisen: als Teil einer heute weitestgehend belegten Theorie geht man davon aus, dass der Name eine Verballhornung des italienischen Wortes „ellenico” (zu deutsch “hellenisch” bzw. “griechisch”) ist, da die Traube zunächst aus Griechenland ins Belpaese gebracht wurde.

Wein aus den Abruzzen

Die malerischen Gebirge der Abruzzen hüten so manches Geheimnis

Passerina und Montepulciano - Der Spatz und seine süße Verführung

Der Montepulciano d’Abruzzo ist der Wein der Abruzzen schlechthin, dessen Trauben an den steilen Hängen der bergigen Landschaften reifen. Auch wenn diese Rebsorte eigentlich aus der gleichnamigen Stadt in der Toskana stammt, hat diese sich in den Abruzzen eine neue Heimat gebildet, wo sie vollmundige und samtige Weine hervorbringt, die der zentralitalienischen Region alle Ehre machen.

Derweil ist der Passerina ein authentischer Abkömmling der Abruzzen. Um seine Geschichte genauer verstehen zu können, müssen wir zunächst eine kleine Sprachexkursion machen: „il passero“ ist nämlich das italienische Wort für den Spatz. Und jener Vogel ist ein besonders dankbarer Verkoster der kleinen und fruchtigen Trauben, die wiederum fruchtige und besonders frische Weißweine hervorbringen.

Nero d'Avola am Fuße des Ätnas

Auch auf den fruchtbaren Böden des Ätnas reifen geschichtsträchtige Rebsorten

Vermentino und Nero d’Avola - Majestätische Repräsentanten der Inseln Italiens

Aber auch die zwei größten Inseln Italiens haben uns so einige Geschichten zu erzählen. Als erstes wäre da der Nero d’Avola, der auch als „Principe Siciliano” (also der „Fürst Siziliens”) bekannt ist. Er verdankt seinen Namen, „Schwarzer aus Avola”, seinen äußerst dunklen und fast schwarzen Beeren in Kombination mit seiner vermuteten Herkunft aus der sizilianischen Stadt Avola. Diese Rebsorte profitiert vor allem von den fruchtbaren Vulkanböden unweit des Ätnas, von denen sie eine besondere Komplexität und aromatische Vielfalt verliehen bekommt.

Als letztes möchten wir euch an die einzigartigen und steilen Küsten Sardiniens entführen, wo unter anderem auch der Vermentino kultiviert wird. Diese eher unbekannte Rebsorte, die eventuell der Malvasia-Familie entstammt, ist besonders berüchtigt für ihre extreme aromatische Intensität. Im Gegensatz zu den unumstrittenen qualitativen Merkmalen, ist man sich jedoch bei der Namensherkunft nicht ganz sicher. Einige Quellen glauben an eine Herleitung über das lateinische Wort „verbena”, das für junge und dünne Zweige steht und sinnbildlich die sanften Rebstöcke des Vermentino bezeichnet.

Namensherkunft italienischer Rebsorten

Die erkundungswerte Welt der italienischen Rebsorten hört hier noch nicht auf

wineowine - italienische Spitzenweine bisher unentdeckter Weingüter

Gerne würden wir euch auch noch etwas über Nebbiolo, Barbera, Cannonau, Primitivo und alle anderen Rebsorten erzählen. Um einen besseren Eindruck über die ganze Bandbreite der etwa 1.000 registrierten Rebsorten zu bekommen, könnt ihr uns gerne anschreiben. Oder kommet uns bei Wineowine, der Online Erlebniswelt für italienische Spitzenweine von kleinen und bisher unentdeckten Weingüter besuchen, wo ihr die italienischen Weine anhand einer Probe direkt ganz persönlich und intim kennenlernen können - wir freuen uns auf eure Nachricht und euren Besuch!

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